70 Jahre Rasteder Musiktage: Eine Erfolgsgeschichte, die um die Welt ging

Vom Spielmannszugtreffen auf der Schlossweide zum internationalen Musikfest: Rastede erwartet 2027 mehr als 70 Formationen aus Deutschland, Europa und der ganzen Welt

RASTEDE. Was 1956 mit einem internationalen Spielmannszugtreffen auf einer Wiese vor dem Rasteder Schloss begann, ist heute eines der traditionsreichsten internationalen Musikfeste seiner Art. Vom 2. bis 4. Juli 2027 feiern die Internationalen Rasteder Musiktage ihre 70. Auflage. Mehr als 70 Musikvereine und Formationen aus Deutschland, Europa und der ganzen Welt werden dazu im Residenzort erwartet.

Dass Rastede heute Musikerinnen und Musiker aus aller Welt zusammenbringt, hat eine lange Vorgeschichte.

Eine Idee, die 1952 ihren Anfang nahm

Am 22. März 1952 wurde der Rasteder Spielmannszug gegründet. Bereits im Gründungsjahr organisierte der Verein ein Kreismusikzugtreffen. Ein Jahr später folgte die Einladung zum Bezirks-Spielmannszugtreffen, bei dem zahlreiche Formationen aus den umliegenden Orten nach Rastede kamen.

Den entscheidenden Schritt über die Grenzen Deutschlands hinaus machte der Rasteder Spielmannszug am 11. und 12. August 1956. Zum ersten internationalen Spielmannszugtreffen kamen Musikvereine aus dem Ausland nach Rastede. Der Termin war dabei bewusst gewählt: Das Treffen fand am Wochenende nach dem Geburtstag des ersten Patrons statt, Seiner Königlichen Hoheit Erbherzog Nikolaus von Oldenburg, der am 10. August 1897 geboren wurde.

Die ersten internationalen Auftritte fanden auf der Wiese vor dem Rasteder Schloss statt. Später wechselte das Festival auf den heutigen Turnierplatz.

Zu den ersten ausländischen Gästen gehörten das Musikkorps Concordia und das Musikverein „Stedeleijk Orkest“ Almelo aus den Niederlanden. Aus dem damaligen Treffen entwickelte sich über die Jahrzehnte ein Festival, das weit über die Region hinaus bekannt wurde.

Die Bilanz nach sieben Jahrzehnten ist eindrucksvoll: Bis heute waren Formationen aus 32 Nationen in Rastede zu Gast. Insgesamt kamen 2.938 Vereine mit rund 131.500 Musikerinnen und Musikern zusammen.

2027 wird das Jubiläum zum internationalen Großereignis

Für die 70. Ausgabe haben sich die Organisatoren um den Vorsitzenden des Vereins Rasteder Musiktage, Torsten Wilters, viel vorgenommen. Schon jetzt laufen die Vorbereitungen, erste internationale Kontakte sind geknüpft. Unter anderem stehen Formationen aus Brasilien, Kolumbien und Thailand im Austausch mit den Veranstaltern.

Gleichzeitig hat das Jubiläumsfestival 2027 eine besondere sportlich-musikalische Bedeutung. Rastede ist Gastgeber des EMC – European Music Contest der WAMSB (World Association of Marching Showbands). Hinzu kommen die Landesmeisterschaft des Niedersächsischen Musikverbandes e.V. (NMV) sowie ein Qualifikationswettbewerb der Bundesvereinigung Deutscher Musikverbände e.V. (BDMV) für die Deutsche Meisterschaft 2028 in Lindau.

Auch die Bewertungskriterien wurden entsprechend angepasst. Die Musikvereine sollen die Wettbewerbe in Rastede gezielt nutzen können, um sich optimal auf die Deutsche Meisterschaft 2028 vorzubereiten.

Drei Tage – und das Musikfest beginnt schon am Freitag

Die Veranstalter empfehlen den teilnehmenden Vereinen, bereits am Freitag anzureisen. Denn das Festival beginnt nicht erst mit den großen Wettbewerben am Wochenende.

Am Freitagnachmittag steht die feierliche Eröffnung mit der neuen Bürgermeisterin beziehungsweise dem neuen Bürgermeister der Gemeinde Rastede auf dem Programm. Bereits anschließend finden die ersten Konzertwertungen in der Mehrzweckhalle Feldbreite statt.

Am Abend geht es auf dem Turnierplatz weiter. Unter dem Motto „Musik und Moin“ treffen sich dort alle bereits angereisten Musikerinnen und Musiker. Das Konzept steht unter dem Motto „Live Musik küsst DJ“ und verbindet Blasmusik, Live-Musik und DJ-Sounds. Zwei große Festzelte, eine Foodmeile und ein umfangreiches Getränkeangebot sollen dabei für Festivalatmosphäre sorgen.

Auch Brassbands, die das Abendprogramm in den beiden Festzelten musikalisch mitgestalten möchten, sind willkommen. Interessierte Formationen können sich unter kontakt@rastedemusiktage.de melden.

Samstag: Wettbewerb, Show und ein emotionaler Höhepunkt

Der Samstag steht ganz im Zeichen der Wettbewerbe. Auf dem Turnierplatz finden zahlreiche Wertungsspiele in unterschiedlichen Klassen statt. Parallel dazu gibt es Konzertwertungen auf den Bühnen im Residenzort Rastede.

Am Nachmittag richten sich die Blicke besonders auf die Showbands. In den Qualifikationswettbewerben geht es um den Einzug in das EMC-Finale am Sonntag.

Ein Höhepunkt des Wochenendes folgt am Samstagabend. Alle teilnehmenden Musikvereine marschieren mit ihrer eigenen Musik auf. Anschließend werden erste Auszeichnungen verliehen.

Wenn danach die Hymnen erklingen, bekommt dieser Moment eine besondere Atmosphäre. Zu Ehren des Patrons Herzog Christian von Oldenburg wird „Heil dir, o Oldenburg“ gespielt, anschließend erklingt „Ode an die Freude“.

Für Torsten Wilters ist genau dieser Moment ein Sinnbild dessen, was die Rasteder Musiktage ausmacht:

„Wenn all diese Musikvereine gemeinsam aufmarschieren und anschließend die Hymnen erklingen, bekommt man einfach Gänsehaut. Musiker aus verschiedenen Ländern stehen gemeinsam auf dem Platz und musizieren miteinander – genau das ist für mich der Geist der Rasteder Musiktage.“

Danach ist der Samstagabend noch lange nicht vorbei. Ein großes Musikfeuerwerk bildet den Abschluss des offiziellen Abendprogramms. Anschließend wird in den beiden Festzelten weitergefeiert – erneut mit Live-Musik und DJs.

Sonntag: Europas Drum Lines und der Kampf um den Titel

Der Sonntag beginnt mit einem Programmpunkt, der sich in den vergangenen Jahren zu einem Publikumsmagneten entwickelt hat: der Drum Line Battle.

Drum Lines aus Europa präsentieren dabei mit enormer Energie und spektakulären Auftritten ihre musikalischen und rhythmischen Fähigkeiten. Ein vergleichbares Spektakel gibt es nach Angaben der Veranstalter derzeit nur in Rastede.

Danach stehen weitere Marschwertungen auf dem Programm. Für die besten Showbands wird es schließlich noch einmal besonders spannend: Im Finale des European Music Contest treten die qualifizierten Formationen gegeneinander an. Am Ende steht die Entscheidung um den Titel „European Music Champion 2027“.

Nach Einschätzung der Organisatoren gibt es 2027 kein internationaleres und größeres Musikfest dieser Art in Europa.

70 Jahre – und die Welt ist zu Gast

Was vor 70 Jahren mit einem Treffen von Spielmannszügen begann, hat sich zu einem internationalen Treffpunkt für Musikvereine und Showbands entwickelt. Rastede verbindet dabei Wettbewerb und Unterhaltung mit einem Gedanken, der seit den ersten internationalen Treffen Bestand hat: Musik bringt Menschen zusammen – unabhängig von Herkunft, Sprache und Landesgrenzen.

Die Veranstalter erwarten zum Jubiläum mehr als 70 Musikclubs und Formationen. Neben den Wettbewerben geht es dabei vor allem um Begegnungen: Musikerinnen und Musiker aus verschiedenen Ländern treffen sich, musizieren gemeinsam und erleben Rastede als Gastgeber.

Gerade darin liegt die besondere Geschichte der Rasteder Musiktage. Aus einer regionalen Initiative des Rasteder Spielmannszugs wurde über sieben Jahrzehnte ein Festival mit internationaler Ausstrahlung.

Anmeldungen ab sofort – Tickets bereits erhältlich

Die Anmeldungen für die 70. Internationalen Rasteder Musiktage vom 2. bis 4. Juli 2027 sind ab sofort geöffnet. Teilnehmende Musikvereine und Formationen finden dort alle Informationen sowie die notwendigen Unterlagen zum Download.

Auch Tickets sind bereits erhältlich. Im Vorverkauf sind die Eintrittskarten günstiger – und eignen sich damit auch als Weihnachtsgeschenk für Musikbegeisterte.

Internationale Rasteder Musiktage
2.–4. Juli 2027 | Rastede

70 Jahre Musik. 32 Nationen. 2.938 Vereine. 131.500 Musikerinnen und Musiker.

Rastede 2027 – Musik verbindet die Welt.